Die Entwicklungsgeschichte der PC-Hardware

Die Entwicklungsgeschichte der PC-Hardware

Platine

Foto: pixabay.com

Schon vor Jahrhunderten bestand der Wunsch, Arbeitsabläufe durch die praktische Anwendung von präzisen mathematischen Berechnungsprozessen zu vereinfachen. Algebra, Geometrie und Algorithmen gab es seit Jahrtausenden, doch wie sollte man sie bei alltäglichen Aufgaben möglichst unkompliziert und für jedermann nutzbar machen?

Die Anfänge – eine kleine Zeitreise

Es war im Jahre 1623 als Wilhelm Schickard die erste mechanische Rechenmaschine entwarf. Sie konnte bereits addieren, subtrahieren sowie teilweise multiplizieren und dividieren. Mit Schickard als Vorreiter gab es schon bald kein Halten mehr. Die Rechenmaschinen der folgenden Jahrzehnte wurden immer weiter automatisiert und konnten im Jahre 1850 bereits bis zu acht Dezimalstellen nach dem Komma genau kalkulieren. Bei Betrachtung des Entwicklungsfortschritts lässt sich schnell feststellen, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit stark exponentiell zu wachsen begann. Nach einfachen Berechnungsmethoden folgten nun deutlich komplexere, welche ganz neue Möglichkeiten offenbarten. Die Implementierung in alltägliche Aufgaben, wie beispielsweise Volkszählungen und Währungsumrechnungen, fand bereits in den 1930er Jahren statt.

Die Grundsteinlegung des modernen Computing

Eine wirkliche Revolution entstand im Jahre 1945, als im Auftrag der US-Armee der “Electronic Numerical Integrator and Computer (ENIAC)” auf Lochkarten-Basis entwickelt wurde. Für viele Fachleute und Branchenkenner ist die Entwicklung des ENIAC gleichzusetzen mit der Grundsteinlegung des modernen Computing. Das Gerät bestand aus rund 18.000 Vakuumröhren sowie 1.500 Relais und war in der Lage, Berechnungen mit tausendfacher Geschwindigkeit, im Vergleich zu bisherigen Standards, auszuführen.

Der Nachfolger des ENIAC (UNIVAC) basierte schon nicht mehr auf Lochkarten, sondern konnte Berechnungen auf internen Speichern in Binärcode verarbeiten. Diese entscheidende Neuerung bewährt sich bis heute selbst in hochkomplexen Computersystemen. Seitdem wurden Computer stets kleiner und leistungsfähiger. Während die ersten Geräte ganze Räume füllten, konnten bereits in den späten 1980er Jahren tragbare Rechner realisiert werden.

Grafische Benutzeroberflächen (GUI), leistungsstarke Prozessoren und schnelle Kommunikationswege erweiterten sowohl den Funktionsumfang als auch die Anwendungsbereiche von Hardwarekomponenten essenziell.

Der aktuelle Stand der Dinge

Heute, weitere 30 Jahre später, sind Computer aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dank Nanotechnologie und Co. können sie in beinahe jedem noch so winzigen elektronischen Gerät verbaut werden und erreichen mittlerweile höhere Berechnungsgeschwindigkeiten denn je. Egal ob Bauwerksbemessung, Geschäftsprognose oder Massenkommunikation – alles ist schneller und unkomplizierter als man es sich noch vor wenigen Jahren vorstellen konnte. Möglich gemacht durch immer neue Hardware-Fertigungsverfahren und Technologieknoten. Wo die Reise hingehen wird, ist auf lange Sicht noch unklar, doch angesichts der spektakulären Vergangenheit und der ständig ansteigenden Entwicklungsgeschwindigkeit lässt sich Großes erahnen.

Header image: Flickr