LTE: Hintergründe, Verfügbarkeit und Kosten

LTE: Hintergründe, Verfügbarkeit und Kosten

LTE

Der „Long Term Evolution“-Standard (kurz: LTE) soll es Mobilfunkanbietern ermöglichen, ihren Kunden besonders hohe Datenraten für unterwegs und zuhause bereitzustellen. Wo das Turbonetz bereits jetzt verfügbar ist, welche Anbieter es derzeit zu welchem Preis zur Verfügung stellen und für wen sich ein Umstieg lohnt, lesen Sie in diesem Artikel.

Technische Hintergründe und Verfügbarkeit

Anders als bei herkömmlichen Verbindungsstandards sind via LTE Geschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich – das entspricht etwa dem DSL-Speed des Glasfasernetzes. In der Realität werden jedoch durch Frequenzschwankungen, mangelnde Netzabdeckung und sonstige Störungen nur deutlich geringere Übertragungsraten erzielt.

Das Grundprinzip des LTE-Standards basiert auf UMTS, einer Verbindungsart welche bereits seit einigen Jahren weit verbreitet ist. Dieser Umstand macht es den Providern verhältnismäßig einfach, die Einführung des LTE-Upgrades umzusetzen. In Deutschland sind aktuell 12 Bundesländer mit jeweils etwa 90% der Breitbandlücken (Regionen ohne DSL-Verfügbarkeit) vom Highspeed-Netz abgedeckt. Die beiden vorrangigen Anbieter sind die Deutsche Telekom und Vodafone. Sie treiben den Ausbau kontinuierlich weiter an.

Anwendungsbereiche und Kosten

Ein wesentlicher Vorteil des modernen Verbindungsstandards ist die Verfügbarkeit in ländlichen Regionen. Kunden, die bislang keine Möglichkeit hatten, ihr Heimnetz mit DSL zu befeuern, können dank LTE ähnlich gute Datenraten erlangen. Allerdings stellen die vergleichsweise hohen Kosten die Kehrseite der Medaille dar. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass oftmals eine Volumenbegrenzung vorliegt, welche bei größeren Datenmengen aus dem Internet schnell erreicht ist. Ab diesem Zeitpunkt steht lediglich eine stark gedrosselte Geschwindigkeit zur Verfügung.

Um sich einen groben Überblick zu verschaffen finden Sie hier zwei Tarife (Stand: 04.2016) der großen Anbieter im Vergleich. Zum einen bietet der Tarif „LTE Zuhause S“ von Vodafone für rund 30 Euro monatlich 10 Gigabyte (GB) Datenvolumen, bevor gedrosselt wird. Für zusätzliche 5 GB je Monat werden etwa fünf Euro extra fällig. Bei der Telekom kostet ein vergleichbarer Tarif („Call & Surf Comfort via Funk S“) circa 35 Euro im Monat. Wer höhere Geschwindigkeiten und mehr Datenvolumen benötigt, wird auch hier zur Kasse gebeten. So kosten 30 GB/Monat mit 100 Mbit/s etwa 50 Euro pro Monat.

Für wen sich der Umstieg lohnt

Wirklich sinnvoll ist der Umstieg auf LTE momentan nur für diejenigen, die außerhalb der Ballungszentren wohnen und auf einen DSL-Anschluss verzichten müssen. In ländlichen Regionen bieten die Highspeed-Mobilfunktarife eine gute Alternative zur Internetverbindung per Satellit, da diese nochmals deutlich kostspieliger ist. Zwar lassen sich auch die LTE-Anbieter den Ausbau des Netzes gut bezahlen, sorgen jedoch für ein besseres Preis-Leistungsverhältnis und sind definitiv eine Überlegung wert. In zentralen Gegenden gibt es kaum Argumente für den Umstieg, da DSL-Anschlüsse (z.B. mit Glasfasertechnik) höhere Geschwindigkeiten bei unbegrenztem Volumen und niedrigeren Kosten bereitstellen.

 

crvev